Die richtige Haltung

Die richtige Haltung  im Tragetuch und einer Tragehilfe:  wie sieht sie genau aus und worauf muss ich achten?

Unterschiedliche Namen kursieren für die richtige Haltung, manche nennen sie Anhock-Spreizhaltung, andere M-Haltung oder Froschstellung.

Die richtige Haltung: Die Anhock-Spreiz-Haltung

Anatomische Untersuchungen von Prof. Dr. med. Büschelberger (Dresden) zeigten, dass bei Neugeborenen der Oberschenkelkopf ideal zur Hüftgelenkpfanne orientiert ist – sie also gleichmässig ausformt – wenn die Beinchen zu etwa 100 Grad angezogen sind, bei gleichzeitiger Spreizstellung von etwa 40 Grad.
Werden Säuglinge hochgehoben, so nehmen sie diese Haltung spontan ein, sie muss also ihren anatomischen Gegebenheiten entgegenkommen.
Das Baby nimmt automatisch die Anhock-Spreiz-Haltung ein.
Auch der runde Rücken (Kyphose) streckt sich nicht unmittelbar mit der Geburt. Vielmehr bildet sich die bekannte Doppel-S-Form der Wirbelsäule erst mit dem Beginn des selbstständigen Gehens aus. Sie entwickelt sich dann mit dem Training der Rückenmuskulatur aber nicht durch Formung von aussen.

Diese anatomischen Gegebenheiten legen, zusammen mit dem Klammerreflex der ersten Lebenstage, den Schluss nahe, dass Säuglinge speziell daran angepasst sind, am Körper getragen zu werden. Auch über die ideale Trageposition scheint demnach eine Aussage möglich: mit gespreizten, angehockten Beinchen, leicht gerundetem Rücken und zum tragenden Erwachsenen hin orientiert.

(Text und Bild mit freundlicher Genehmigung von www.didymos.de)

Nicht die richtige Haltung: Baby mit Blick nach vorn

Keine richtige Haltung hat dieses Kind in der Bindeweise mit Blick nach vorne.

Auch im Tragetuch könnten Sie Ihr Kind mit Blickrichtung nach vorne tragen. Wir raten von dieser Variante ab. Weder im Tragetuch noch in jeder anderen Tragehilfe ist diese Trageweise zu empfehlen, und zwar aus diesen Gründen:

  • Die Beinchen hängen in der Luft, das Kind kann sie nicht abstützen und die Anhock-Spreiz-Haltung (siehe oben) ist nicht gegeben.
  • Der runde Rücken wird nicht gestützt. Das Baby wird vielmehr zu einem Hohlkreuz veranlasst.
  • Das Baby kann „bedrohliche“ Situationen nicht durch einen schnellen Blickkontakt mit Ihnen überprüfen.
  • Es kann sich außerdem den vielen Reizen kaum entziehen, selbst wenn es müde wird.

(Text und Bild mit freundlicher Genehmigung von www.didymos.de)

Wenn Du den Eindruck hast, dass Dein Kind mehr sehen möchte, empfehlen wir Dir, eine Hüfttrageweise auszusprobieren oder das Kind auf dem Rücken zu tragen. Mit dem einfachen Rucksack ist es möglich das Baby im Tragetuch so hoch zu binden, dass es über die Schultern der Eltern schauen kann. Gerne zeigen wir diese Trageweisen in einer Einzelberatung.

Wenn Du Dich  gerne weitergehend informieren möchtest: Studien, Statements und Fachartikel zum Tragen, zum Beispiel von Dr. Ewald Fettweis, Dr. rer. nat. Evelin Kirkilionis und Dr. med. Herbert Renz-Polster findest Du auf Trageportal.

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